Tinnitus-Behandlung und Therapie

 

Die Behandlung von Tinnitus erfolgt immer individuell. Die Ausgangslage und der persönliche Leidensdruck sind ausschlaggebend, um die richtige Behandlung von Tinnitus (Ohrensausen) zu gewährleisten. Das Spektrum der Möglichkeiten um Tinnitus zu behandeln reicht dabei von einfachen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen bis – falls erforderlich – zur kompletten Retraining-Therapie.

 


Heilung von Tinnitus

Oft wird die Frage gestellt, ob Tinnitus (Ohrensausen) heilbar ist. Nachdem Tinnitus keine Krankheit ist, sondern ein Symptom, das auf viele unterschiedlichste Ursachen zurückzuführen sein kann, sollte nicht von Heilung gesprochen werden. Ziel jeder Behandlung ist es jedenfalls, das Ohrensausen so weit in den Hintergrund zu drängen, dass es nicht mehr hörbar ist oder zumindest den Leidensdruck für den Betroffenen deutlich zu reduzieren.

 


Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)

Unter Retraining versteht man das „Umlernen“ des Gehirns. Ein chronisches Ohrgeräusch wird in unserem Gehirn gespeichert wie ein Datensatz auf der Festplatte eines Computers.
Die TRT beruht auf der Annahme, dass Ohrgeräusche bei jedem Menschen vorkommen. Das Gehirn besitzt eine Filterfunktion, sodass nicht alle Geräusche bewußt gehört werden. Sie schlucken ca. 3000x am Tag, hören dies jedoch nur, wenn Sie sich darauf konzentrieren. Diese Funktion scheint beim subjektiven Tinnitus defekt zu sein. Durch das Retraining (=Umschulen), lernen Sie das Geräusch aus Ihrem Bewußtsein zu verdrängen und eine neue Gewöhnung an das Geräusch zu fördern. Ziel ist also, den Leidensdruck deutlich zu lindern und die Gewöhnung, kein Heilungsversprechen!

 


Versorgung mit Hörgeräten bzw. Kombinationsgeräten

 

Anstelle reiner Noiser können auch Hörgeräte bzw. Kombinationsgeräte (= Hörgerät mit integriertem Noiser) eingesetzt werden.
Ziel einer erfolgreichen Tinnitusbehandlung ist es, die Ohrgeräusche so weit in den Hintergrund zu drängen, dass sie nicht mehr bewusst wahrgenommen werden und eine deutliche Verbesserung Ihrer Lebensqualität erreicht wird. Dies gelingt zu einem hohen Prozentsatz bei Personen mit einer Hörminderung durch den Einsatz speziell angepasster Hörsysteme. Meistens wird der Tinnitus damit erheblich abgeschwächt, manchmal verschwindet der Tinnitus auch zur Gänze.

 

 

Psychologische Tinnitus-Therapie und Heilung

Die Psychologische-Tinnitus-Behandlung hat 3 Ebenen:
  • „Ausfiltern“ des Tinnitus aus der Wahrnehmung und dem Bewusstsein
  • Beeinträchtigung durch den Tinnitus reduzieren
  • Folgeprobleme reduzieren (Schlafstörungen, Depression, Konzentrationsprobleme, etc.)
Nach einer genauen Analyse und Diagnostik wird ein maßgeschneiderter Behandlungsplan erstellt. Dieser umfasst psychologisches Counselling, Ablenkungs-und Habituationstraining, Biofeedback, Neurofeedback (Alpha-Training) und Entspannungstraining. Die Therapiedauer beträgt durchschnittlich nur 6-8 Einheiten.

 


Die 9 häufigsten Fragen zu Tinnitus, Ohrgeräuschen, Ohrensausen oder Pfeifen im Ohr

1.     Was heißt Tinnitus?

Das Wort Tinnitus wird abgeleitet vom lateinischen Wort „tinnire“, das bedeutet „klingeln“. Tinnitus ist daher nur ein anderes Wort für Ohrgeräusch, Ohrensausen oder Pfeifen im Ohr. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. Es ist an sich nichts Bedrohliches oder Gefährliches und auch grundsätzlich kein Hinweis auf eine andere Erkrankung. Fast jeder kennt es, dass es plötzlich für kurze Zeit im Ohr pfeift. Normalerweise ist dieses Geräusch nach wenigen Sekunden auch wieder vorbei.

2.     Gibt es Medikamente gegen Tinnitus?

Es gibt grundsätzlich kein ausgewiesenes Medikament gegen Tinnitus. In den ersten 3 Monaten nach Auftreten eines Ohrgeräusches wird üblicherweise versucht, mit durchblutungsfördernden Medikamenten oder Cortison eine Linderung herbeizuführen. Innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten eines Tinnitus ist dieser Versuch am erfolgsversprechenden. Garantie einer Wirkung gibt es leider keine.

Besteht das Ohrgeräusch jedoch schon länger als 6 Monate, ist auch diese Medikamentengabe normalerweise nicht mehr sinnvoll. Ab diesem Zeitpunkt spricht man von einem chronischen Tinnitus. Das Geräusch ist in unserem Kopf gespeichert, wie auf einer Festplatte eines Computers. Die erfolgreichste Behandlungsform ist dann das Verlernen des Tinnitus.

Spontanheilungen sind jedoch in der Medizin grundsätzlich immer möglich.

3.     Welche Ursachen für Tinnitus gibt es?

An den Ursachen für Tinnitus wird immer noch intensiv erforscht. Es gibt unzählige Ursachen. Häufig sind es Verspannung der Halswirbelsäule, Stress oder traumatische Erlebnisse, die dazu führen, dass man von einem lästigen Ohrgeräusch geplagt wird.

Hier eine Auflistung der 7 häufigsten Ursachen:
  • Hörsturz
  • Stress
  • Traumatische Erlebnisse
  • Verspannung der Halswirbelsäule
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
  • Durchblutungsstörungen
  • Mittelohrentzündung

4.     Ist das Ohrgeräusch ein Zeichen für eine Erkrankung oder sogar einen Tumor im Gehirn?

Grundsätzlich ist diese Frage mit Nein zu beantworten. Wir empfehlen Ihnen trotzdem den Weg zum HNO-Arzt Ihres Vertrauens, da es in äußerst seltenen Fällen doch möglich sein kann.

5.     Wird das Ohrgeräusch mit der Zeit noch lauter?

Das ist grundsätzlich nicht vorherzusagen, der Tinnitus kann bleiben wie er ist, lauter oder leiser werden oder auch spontan verschwinden. Alles ist möglich und natürlich auch abhängig davon, wie man damit umgeht. Verstärkt wird ein Sausen im Ohr fast immer durch Stress im Alltag. Bei manchen Menschen wird der Tinnitus besonders durch laute Umgebung stärker, bei manchen Betroffenen schwankt er im Laufe des Tages. Mit Tragen von Hörgeräten beispielsweise lässt sich das Geräusch meist sehr gut in den Hintergrund drängen oder auch oft komplett unterdrücken.

6.     Kann das Ohrensausen auch von alleine wieder verschwinden?

Diese Frage ist grundsätzlich mit „ja“ zu beantworten. In den ersten 3 Monaten nach Auftreten des Geräusches ist die Wahrscheinlichkeit am Größten, danach ohne etwas dagegen zu tun eher geringer. Eine Therapie kann in jeder Phase dabei helfen, dass der Tinnitus nicht mehr „hörbar“ ist.

7.     Kann man etwas gegen Tinnitus tun, wenn er seit über 30 Jahren besteht?

Auf jeden Fall! Besteht der Tinnitus schon länger als 6 Monate durchgehend, kann man ihn behandeln, unabhängig davon, ob er 8 Monate oder sogar schon 30 Jahre vorhanden ist.

8.     Welche Behandlung wirkt am besten?

Die effektivste, rascheste und günstigste Behandlungsform ist das Tragen von Hörsystemen. Da der Tinnitus genau in der Frequenz am Quälendsten ist, in der eine Hörminderung vorhanden ist, ist häufig zu beobachten, dass der Tinnitus in der Sekunde des Einsetzens der Geräte nicht mehr hörbar ist oder zumindest deutlich leiser ist. Die Ergebnisse sind wirklich verblüffend und auf jeden Fall einen Versuch wert. Ist das Ohrgeräusch damit nicht jedoch unterdrückbar, gibt es die Möglichkeit, dieses mit der klassischen Tinnitus-Retraining-Therapie zu behandeln.

Gerne informieren und beraten wir Sie in unserem Hörstudio.

Weitere Informationen dazu finden Sie auch unter: 12 Behandlungsmethoden von chronischem Tinnitus im Vergleich

9.  Behandlungskosten von Tinnitus? Zahlen Krankenkassen die Behandlung von Tinnitus?

Die Behandlung mit Kassen-Hörsystemen wird in Österreich von der Krankenkasse übernommen (mit Verordnung vom HNO-Arzt). Bei der Therapie mit Noisern (Rauschgeneratoren bei der klassischen Tinnitus-Retraining-Therapie) gibt es große Unterschiede bei den verschiedenen Krankenkassen. Es gibt Kassen, die sogar bis zu 100 % übernehmen.

Wir beraten Sie gerne über den aktuellen Stand der Kostenübernahme.

 

 

 


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